Solidaritätskreis Andrea Dotten

Montag 16.03.2009

5 Presseerklärung, 08.03.2009

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Essen, den 08.03.09

Solidaritätskreis gegen die Kündigung von Andrea Dotten
c/o Dagmar Arnecke, Stenzelstr. 16, 45144 Essen Tel.: 0201/764208

An die Medien

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie herzlich um die Veröffentlichung folgender Presseerklärung:
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5. Presseerklärung
Zum Internationalen Frauentag: Unsere „Emmely“ heißt Andrea
Mit uns sind viele darüber empört, dass das Landesarbeitsgericht Berlin am 24.02.09 in seinem Urteil die fristlose Kündigung der Kaiser’s Kassiererin Emmely bestätigte und keine Revision zulässt. Allein der „schwerwiegende Verdacht einer strafbaren Handlung“, nämlich angeblich Pfandbons im Wert von 1,30 € falsch abgerechnet zu haben, war für die Gerichte Grund genug, dem Unternehmer Recht zu geben, weil damit das Vertrauensverhältnis zerstört sei.
Offenbar hat das Arbeitsgericht Essen dieses Urteil abgewartet und wenige Tage später bekannt gegeben, dass es die Kündigungsschutzklage von Andrea Dotten gegen Karstadt Perfetto aus den gleichen Gründen abweist. Wie wir berichteten, wurde ihr unterstellt, in der Filiale Essen-Rüttenscheid 10 € aus der Wechselgeldkasse entnommen zu haben. Dem Urteil vorausgegangen war am 23.01.09 eine ausführliche Zeugenbefragung der Filialleiterin und ihrer Stellvertreterin, bei der sich beide offenkundig in Widersprüche verwickelten. Den vom Richter zunächst angebotenen Vergleich, auf eine fristgerechte statt einer fristlosen Kündung einzugehen und sich zu verpflichten, über den gesamten Vorgang Stillschweigen zu wahren, konnte Andrea Dotten nicht annehmen.
Andererseits: Nachdem das Urteil des Arbeitsgerichts ergangen war, wurde das Strafverfahren wegen Diebstahls eingestellt!
Auch wenn sich viele zu Recht darüber aufregen, dass kleine Angestellte wegen ein paar Cent entlassen werden, während hoch bezahlte Manager Milliardenbeträge verspielen dürfen und Hilfe vom Staat beantragen, so geht es hier doch nicht um die Höhe des Betrages. Vielmehr zeigt sich, dass trotz aller für die Beschäftigten erreichten Arbeitsrechte Gesetze und Rechtssprechung im Arbeitsverhältnis auf der Seite der Unternehmer stehen. Mit dem Mittel der Verdachtskündung kann jede und jeder unter Umgehung sämtlicher Kündigungsschutzrechte mit einer Unterstellung aus dem Arbeitsverhältnis „verstoßen“ werden, wer durch ein langjähriges Arbeitsverhältnis „zu teuer“ geworden ist, vermeintlich überflüssig ist, sich nicht alles gefallen lässt, sich am Streik beteiligt oder einfach auf seine Rechte pocht. „Klassenjustiz“ nannte dies der Anwalt von Emmely.
Wir haben den Verdacht, dass gerade in den großen Konzernen des Lebensmitteleinzelhandels so der Preiskrieg auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Dafür sprechen die bekannt gewordenen Fälle bei Kaiser’s und Plus, Edeka, einer Bäckereifiliale in Friedrichshafen und Karstadt Perfetto. Und es ist sicher kein Zufall, dass Perfetto den Mietvertrag mit Hertie zum Ende des Jahres gekündigt hat.
Genauso wie Emmely wird auch Andrea weiter für die Rücknahme der Kündigung und gegen die Praxis der Verdachtskündigungen kämpfen. Darüber werden wir im nächsten Solidaritätskreis beraten:
Freitag, den 20. März, um 19 Uhr im Haus Kalthoff, Lenbachstr. 3 in Essen.
E-Mail: solikreis.andreadotten@yahoo.de
Webseite: https://solikreisandreadotten.wordpress.com/
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Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen Dagmar Arnecke

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Dienstag 14.10.2008

Zweite Presseerklärung vom 14.10.2008

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Essen, den 14.10.08

Solidaritätskreis gegen die Kündigung von Andrea Dotten
c/o Dagmar Arnecke, Stenzelstr. 16, 45144 Essen Tel.: 0201/764208

An die Medien

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie herzlich um die Veröffentlichung folgender Presseerklärung:
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Presseerklärung
Am letzten Samstag, den 11. Oktober, konnte sich Andrea Dotten über die positive Resonanz am Infostand des Solidaritätskreises vor der Hertie-Filiale in Essen-Rüttenscheid und 117,68 € Spenden für die Prozesskosten freuen. In den 3 Stunden informierten insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Passanten erneut darüber, dass die Karstadttochter „Perfetto“ sie nach fast 20 Jahren Betriebszugehörigkeit am 25. August ungerechtfertigt gekündigt hatte. Ihr wird unterstellt, sie habe 10 € Wechselgeld gestohlen. Am Infostand beteiligte sich auch Estefita, eine Gastfrau aus Peru, die ein Wochenende zuvor am Frauenpolitischen Ratschlag in Düsseldorf teilgenommen hatte.

Die 18 Besucher beim Gütetermin am 30.09. vor dem Arbeitsgericht Essen erlebten erwartungsgemäß keine Einigung, denn eines ist klar: Andrea Dotten kämpft für ihre Wiedereinstellung, etwas anderes kommt für sie nicht in Frage, denn sie hat sich nichts vorzuwerfen. Wie sagte ihre Tochter Jennifer treffend: „Ich kenne meine Mutter. Die würde sich eher die Hand abhacken als Geld aus der Kasse zu nehmen!“ Unterstützung hat Andrea Dotten auch vom Betriebsrat, der der fristlosen Kündigung widersprochen hat, und von ihrer Gewerkschaft Verdi, die die Vertretung vor dem Arbeitsgericht übernommen hat.

Zur fristlosen Kündigung kommen allerdings die zwei Strafanzeigen hinzu, einmal wegen „Diebstahl“, zum anderen wegen „übler Nachrede“, die Karstadt in dem vom Solidaritätskreis veröffentlichten Flugblatt erkennen will. Damit hat Andrea Dotten allerdings gar nichts zu tun. Die Prozesskosten gegen die Strafanzeigen müssen privat getragen werden. Und als Folge verhängt die Arbeitsagentur eine dreimonatige Sperre. So wird hier auf üble Art und Weise die Existenz einer Kassiererin bedroht.

Wie schon früher berichtet, drängen sich hier Parallelen zum Fall der von Kaiser’s gekündigten Kassiererin Emmely in Berlin und zu den von Plus gekündigten 17 Lagerarbeitern in Ottendorf auf. Andrea Dotten ist genauso wie diese Gewerkschaftsmitglied, ihr Betrieb hatte allerdings nicht am Einzelhandelsstreik teilgenommen. Dafür ist sie als Marxistin-Leninistin bekannt, das steht auch in ihrer Personalakte. Denn vor 14 Jahren war sie bereits gekündigt worden, weil sie an einem MLPD-Stand gesehen worden war, als sie sich krank gemeldet hatte. Diesen Arbeitsgerichtsprozess hat Andrea Dotten gewonnen und musste wieder eingestellt werden. Jetzt soll wohl versucht werden, sie auf andere Weise loszuwerden.

Wie die Solidarität weiter entwickelt werden kann, darüber berät der Solidaritätskreis auf seinem nächsten Treffen am 24. Oktober um 19:30 Uhr im Haus Kalthoff, Lenbachstr. 3 in Essen.

Der Arbeitsgerichtsprozess ist am 28. November um 11 Uhr im Arbeitsgericht Essen, Zweigertstr. 54.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen Dagmar Arnecke

Montag 29.09.2008

Presseerklärung vom 28.9.2008

Filed under: Presseerklärungen — solikreisandreadotten @ 3:55

Solidarität gegen die Kündigung von Andrea Dotten

Am Dienstag, den 30.09.2008, findet um 11:10 Uhr am Arbeitsgericht Essen der Gütetermin zur Kündigungsschutzklage von Andrea Dotten statt. Sie wurde am 25. August nach fast 20 Jahren Betriebszugehörigkeit in der Lebensmittelfiliale „Perfetto“ fristlos gekündigt und erhielt Hausverbot, als sie einen Tag später ihre Arbeitskraft anbot. Andrea Dotten wird vorgeworfen, sie habe 10 Euro aus der Wechselgeldkasse gestohlen.

„Perfetto“ gehört zu Karstadt und ist Untermieter der Hertie-Filiale in Essen-Rüttenscheid. Hängt die Kündigung mit der Insolvenz von Hertie und somit möglicher Massenentlassungen und Schließung ganzer Hertie-Häuser zusammen? Oder will „Perfetto“ Andrea Dotten los werden, weil sie Verdi-Mitglied ist, um in Zukunft ungestört schlechtere Arbeitsbedingungen und Löhne durchsetzen zu können? Die fristlose Kündigung trifft auf große Empörung auch bei den Kunden. Sie wurden von dem sogleich gegründeten Solidaritätskreis darüber informiert. Die Montagsdemo gegen Hartz IV erklärte sich solidarisch und verlegte ihre Kundgebung letzte Woche vor die Hertie-Filiale.

Im Einzelhandel scheinen derartige Vorgehensweisen üblich zu sein: In Berlin wurde die Kassiererin Emmely bei „Kaiser’s“ mit der Anschuldigung, sie habe Leergutbons in Höhe von 1,30 Euro nicht unterschreiben lassen, fristlos gekündigt, nachdem sie sich an einem Streik beteiligt hat! Bei Plus in Ottendorf (Sachsen) wurden vor kurzem sogar 17 Lagerarbeiter mehrere Stunden lang ihrer Freiheit beraubt, um Schuldeingeständnisse und Aufhebungsverträge zu erpressen. Teilnehmer des Solidaritätskreises berichteten, dass „Mobbing“ von lange beschäftigten Kolleginnen und Kollegen mit regulären Arbeitsverträgen zunimmt.

Damit dürfen sie nicht durchkommen! Wer einen von uns angreift, greift uns alle an! Der Solidaritätskreis wird in diesem Sinne die Solidarität mit Andrea Dotten organisieren, bis die Kündigung zurückgenommen wird, und fordert, dass die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Solidaritätskreis gegen die Kündigung von Andrea Dotten
c/o Dagmar Arnecke, Stenzelstr. 16, 45144 Essen Tel.: 0201/764208

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