Solidaritätskreis Andrea Dotten

Freitag 14.11.2008

Solidaritäserklärung der Mediengruppe Neuer Weg

Filed under: Solidaritätserklärungen — solikreisandreadotten @ 5:39

An

Andrea Dotten

c/o Solikreis

Dagmar Arnecke

Stenzelstraße 16

45144 Essen

Liebe Andrea Dotten,

wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mediengruppe Neuer Weg GmbH erklären uns solidarisch mit deinem Kampf um sofortige Rücknahme deiner fristlosen Kündigung und für Weiterbeschäftigung, für Aufhebung des Hausverbots und sofortige Einstellung der beiden Strafanzeigen wegen Diebstahls und „übler Nachrede“!

Wir sehen das Ganze als einen vorsätzlichen Versuch seitens der Unternehmer, eine kämpferische Verkäuferin, die gewerkschaftlich und politisch links engagiert ist, auf die kalte Tour loszuwerden und damit auch möglichst die berufliche Zukunft zu ruinieren. Wer zu solchen Mitteln greift, der verfolgt verwerfliche Ziele. Dieser Angriff richtet sich auch gegen deine Kolleginnen und Kollegen, um sie angesichts angekündigter Entlassungen bei Karstadt einzuschüchtern und vom Kampf abzuhalten.

Damit dürfen sie nicht durchkommen! Das Ganze wirft ein bezeichnendes Licht auf die Realität in diesem Land. Dessen Vertreter aus Regierung und Wirtschaft stellen sich international als demokratisches Vorbild und Vorkämpfer für Menschenrechte hin, und hier werden demokratische Rechte mit Füßen getreten…. höchste Zeit, dass wir offensiv dagegen kämpfen!

Wir wünschen dir vollen Erfolg und grüßen herzlich!

Die Belegschaft der Mediengruppe Neuer Weg

Alte Bottroper Str. 42

45356 Essen

Essen, den 12.11.08

i.A. Sylvia und Wilfried

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Samstag 08.11.2008

Auf Verdacht rausgeworfen

Filed under: Zeitungsartikel — solikreisandreadotten @ 1:43

Dieser Artikel stand in „Neues Deutschland“ –  Sozialistische Tageszeitung

http://www.neues-deutschland.de/

07.11.2008 Peter Nowak

20 Jahre arbeitete die Andrea Dotten als Kassiererin bei der Lebensmittelkette Perfetto im nordrhein-westfälischen Essen. Am 25. August wurde ihr fristlos gekündigt. Als sie am nächsten Tag trotzdem wieder ihre Arbeit anbot, erhielt sie Hausverbot. Dotten wird vom Arbeitgeber vorgeworfen, 10 Euro aus der Kasse entwendet zu haben. Die Frau bestreitet die Vorwürfe und will vor dem Arbeitsgericht für ihre Wiedereinstellung kämpfen.

Mittlerweile hat sich ein Solidaritätskreis gebildet, der mehrmals Kundgebungen vor Dottens alter Arbeitsstädte organisiert hat. Auch viele Kunden der Filiale können nicht verstehen, wieso jemand nach so langer Betriebszugehörigkeit nur auf einen Verdacht hin die Arbeit verliert und unterstützen die Gekündigte. »Will Perfetto Andrea Dotten los werden, weil sie ver.di-Mitglied ist, um in Zukunft ungestört schlechtere Arbeitsbedingungen und Löhne durchsetzen zu können«, fragt der Solidaritätskreis in einem Flugblatt.

»Die Kündigung erinnert an den Fall Emmely«, meinte eine Aktivistin gegenüber ND. Auch die Berliner Kassiererin Babara E., genannt Emmely, war nach jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit von ihrem Arbeitgeber Kaiser’s mit der Begründung gekündigt worden, sie habe Flaschenpfandbonds in Höhe von 1,30 Euro falsch abgerechnet.

Das sind keine Einzelfälle. Im sächsischen Ottendorf wurden 17 Lagerarbeiter eines Plus-Logistikzentrums vom firmeneigenen Sicherheitsdienst mehrere Stunden an ihrem Arbeitsplatz festgehalten, angeblich, weil sie Waren gestohlen haben sollen. In diesem Fall ermittelt die Polizei mittlerweile wegen Nötigung und Freiheitsberaubung. Plus spricht von einer »Befragung der Mitarbeiter zur Aufklärung von Diebstählen«. Die Betroffenen nennen es Wildwestmethoden. In allen Fällen gab es keinerlei Beweise für die Anschuldigungen. Weil das Arbeitsrecht das Instrument der Verdachtskündigung vorsieht, muss der Arbeitgeber auch im Fall Dotten den Diebstahl nicht nachweisen. Es reicht aus, den dringenden Verdacht glaubhaft zu machen. Der Solikreis Andrea Dotten setzt dagegen auf Solidarität und mobilisiert NRW-weit zu dem Arbeitsgerichtstermin, der in den nächsten Wochen erwartet wird.

Mittwoch 05.11.2008

Solidaritätserklärung liesel und Jupp Frerkes

Filed under: Solidaritätserklärungen — solikreisandreadotten @ 5:37

Liesel und Jupp Frerkes                                                           Ulm, den 04.11.2008

Andrea Dotten,      Liebigstraße 25,     45145 Essen

Liebe Andrea,

in Erinnerung an unsere gemeinsame freundschaftliche und kämpferische Zeit in Essen sind wir mit deinem Kampf gegen die ungerechtfertigte Kündigung und für Wiedereinstellung und vollständige Rücknahme der falschen Beschuldigungen solidarisch.

Auch hier in Ulm berichten bei den Montagsdemonstrationen Kolleginnen und Kollegen von ähnliche Angriffen, von Mobbing, unerträglichem Druck und willkürlichen Kündigungen. Oft sind es Kollegen, die lange beschäftigt sind, noch bessere Löhne und Arbeitsbedingungen haben und gewerkschaftlich aktiv sind. Ein Aldi Lagerarbeiter erzählte von seiner Kündigung weil er auf dem Klo geraucht hatte (darf man bei Aldi nur, wenn man rausgeht und vorher abgestempelt hat). Der Kollege hat die Kündigung geschluckt. Aber es wurde auch klar, dass sich so nichts ändert.

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Du bist eine unter vielen – wir wünschen dir und dem Solidaritätskreis für deine Wiedereinstellung vollen Erfolg.

Herzliche Grüße,

bitte auch an deine Kinder, Oli und die Kolleginnen und Kollegen des Solidaritätskreises

Liesel und Jupp Frerkes

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