Solidaritätskreis Andrea Dotten

Dienstag 14.10.2008

Zweite Presseerklärung vom 14.10.2008

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Essen, den 14.10.08

Solidaritätskreis gegen die Kündigung von Andrea Dotten
c/o Dagmar Arnecke, Stenzelstr. 16, 45144 Essen Tel.: 0201/764208

An die Medien

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie herzlich um die Veröffentlichung folgender Presseerklärung:
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Presseerklärung
Am letzten Samstag, den 11. Oktober, konnte sich Andrea Dotten über die positive Resonanz am Infostand des Solidaritätskreises vor der Hertie-Filiale in Essen-Rüttenscheid und 117,68 € Spenden für die Prozesskosten freuen. In den 3 Stunden informierten insgesamt 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Passanten erneut darüber, dass die Karstadttochter „Perfetto“ sie nach fast 20 Jahren Betriebszugehörigkeit am 25. August ungerechtfertigt gekündigt hatte. Ihr wird unterstellt, sie habe 10 € Wechselgeld gestohlen. Am Infostand beteiligte sich auch Estefita, eine Gastfrau aus Peru, die ein Wochenende zuvor am Frauenpolitischen Ratschlag in Düsseldorf teilgenommen hatte.

Die 18 Besucher beim Gütetermin am 30.09. vor dem Arbeitsgericht Essen erlebten erwartungsgemäß keine Einigung, denn eines ist klar: Andrea Dotten kämpft für ihre Wiedereinstellung, etwas anderes kommt für sie nicht in Frage, denn sie hat sich nichts vorzuwerfen. Wie sagte ihre Tochter Jennifer treffend: „Ich kenne meine Mutter. Die würde sich eher die Hand abhacken als Geld aus der Kasse zu nehmen!“ Unterstützung hat Andrea Dotten auch vom Betriebsrat, der der fristlosen Kündigung widersprochen hat, und von ihrer Gewerkschaft Verdi, die die Vertretung vor dem Arbeitsgericht übernommen hat.

Zur fristlosen Kündigung kommen allerdings die zwei Strafanzeigen hinzu, einmal wegen „Diebstahl“, zum anderen wegen „übler Nachrede“, die Karstadt in dem vom Solidaritätskreis veröffentlichten Flugblatt erkennen will. Damit hat Andrea Dotten allerdings gar nichts zu tun. Die Prozesskosten gegen die Strafanzeigen müssen privat getragen werden. Und als Folge verhängt die Arbeitsagentur eine dreimonatige Sperre. So wird hier auf üble Art und Weise die Existenz einer Kassiererin bedroht.

Wie schon früher berichtet, drängen sich hier Parallelen zum Fall der von Kaiser’s gekündigten Kassiererin Emmely in Berlin und zu den von Plus gekündigten 17 Lagerarbeitern in Ottendorf auf. Andrea Dotten ist genauso wie diese Gewerkschaftsmitglied, ihr Betrieb hatte allerdings nicht am Einzelhandelsstreik teilgenommen. Dafür ist sie als Marxistin-Leninistin bekannt, das steht auch in ihrer Personalakte. Denn vor 14 Jahren war sie bereits gekündigt worden, weil sie an einem MLPD-Stand gesehen worden war, als sie sich krank gemeldet hatte. Diesen Arbeitsgerichtsprozess hat Andrea Dotten gewonnen und musste wieder eingestellt werden. Jetzt soll wohl versucht werden, sie auf andere Weise loszuwerden.

Wie die Solidarität weiter entwickelt werden kann, darüber berät der Solidaritätskreis auf seinem nächsten Treffen am 24. Oktober um 19:30 Uhr im Haus Kalthoff, Lenbachstr. 3 in Essen.

Der Arbeitsgerichtsprozess ist am 28. November um 11 Uhr im Arbeitsgericht Essen, Zweigertstr. 54.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen Dagmar Arnecke

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